Inhalt:
Nach einem traumatischen Erlebnis versucht der psychisch gebrochene Lehrer Sergio in einem abgelegenen Alpendorf einen Neustart. Im krassen Kontrast zu seinem eigenen Befinden wirken alle Einheimischen glücklich. Bald erfährt er den Grund: Wer den introvertierten Jugendlichen Matteo umarmt, verliert alle negativen Gefühle. Der Junge wird von seinem Vater und der Kirche als Heiliger vermarktet und ausgenutzt. Als Sergio den Holy Boy ermutigt, aus seiner Rolle auszubrechen, hat das verheerende Konsequenzen.
Anhand der Inhaltsangabe kann man sich nicht wirklich etwas unter dem Film vorstellen. Er könnte in viele Richtungen gehen und das tut er gewissermaßen auch. Man kann sich schon denken, dass da etwas mehr dazu gehört, denn man umarmt nicht einfach so jemanden und hat auf einmal keine Sorgen mehr und ist glücklich. So ergeht es dem neuem Lehrer, der eigentlich nur noch wieder weg will und in nichts einen Sinn sieht. Doch die Begegnung mit Matteo wird ihn verändern!
Zitiert wird er u. a. als „die italienische Antwort auf Midsommar“ und das ist gar nicht mal so verkehrt. Hier ist es in gewisser Art und Weise auch ein Kult, der aber über das normale hinaus geht. Dazu müsste man aber spoilern und das würde dem Filmvergnügen auf jeden Fall eine Überraschung nehmen. Wenn man es sieht, dann weiß man, was gemeint ist. Auf jeden Fall sehr interessant und auch sehr gefährlich, was man mit dieser „Gabe“ anstellen kann.
The Holy Boy ist eher ein ruhiger Film, der sich viel Zeit lässt und die Bilder für sich sprechen lässt. Mit zunehmender Laufzeit nimmt er etwas an Fahrt auf, erinnert aber ein klein wenig an ein Drama. Das Ende ist dann wiederum sehr ungewöhnlich und hätte man in dieser Form auch gar nicht erwartet. Aber letztlich schließt der Film so gut ab und ist auch mal etwas anderes. Wer sich darauf einlassen kann, der sollte ruhig mal einen Blick riskieren.
Wertung: 6 / 10
Mit freundlicher Unterstützung von Busch Media Group









