Interviews

Radtke, Sebastian

Sebastian Radtke (Interview vom 05.11.2009)






Hallo Sebastian,

schön dass du dich zu einem Interview mit uns bereitgestellt hast.
Deine neusten Filme „Psychotica“ und „Sadisticum“ sollten jedem Independent Freund bekannt sein, auch was Rede ich da, in Grunde genommen bist du hiermit schon der noch junge Papst des deutschen Torture/Folterfilmes geworden..

Jetzt mal zu dem kurzen Fragebogen. glücklich


Dr.Doom:
Wie kam es bei dir zum Interesse des Filme Drehens und in welchem Alter warst du zu dieser Zeit?


Sebastian Radtke:
Da war ich 16 oder 17. Ich habe damals zu Weihnachten eine kleine Digicam geschenkt bekommen. Mit meiner damaligen Schulfreundin habe ich dann die ersten kleinen Horrorclips gedreht da wir beide damals total auf „Scream" und diesen ganzen Teenie Horror Scheiß standen! Naja und so nahm das Ganze dann seinen Lauf.




Dr.Doom:
Erzähl uns mal von deinen ersten Kurzfilmen, wie oft üblich im Amateursektor ein paar Untote auferstehen lassen oder lag dein Augenmerk doch gleich bei Terror/Folterfilme? Ich muss zugeben auch erst mit deinem „Psychotica“ auf dich aufmerksam geworden zu sein. Wie schätzt du deine ersten Filme eigentlich ein? Bei „Tränen einer Rose“ sieht ja der Trailer jedenfalls viel versprechend aus, wo du sogar sichtbar auf Fantasieelemente gesetzt hast.


Sebastian Radtke:
Also alle meine Kurzfilme haben absolut gar nix mit Terror- oder Folterfilmen zu tun. Psychotica kommt dafür schon eher in Frage, aber Sadisticum war eigentlich als Thriller gedacht. Im Nachhinein betrachtet muss ich zugeben, dass Sadisticum doch einige Elemente des Torture Porn aufweist, obwohl das anfangs nicht so gedacht war. Aber der Film scheint ja seine Anhänger zu finden, von daher passt das schon.




Dr.Doom:
Mit „Psychotica“ hast du den Durchbruch geschafft, erzähl uns mal wie es danach weiter ging.


Sebastian Radtke:
Na ob ich da den Durchbruch geschafft habe weiß ich nicht. Es gibt einfach zu viele Freaks die irgendwelche Homemade Horrorfilme drehen. Da hat sich Psychotica auf jeden Fall deutlich von abgehoben. Der Film kam ja auch erstaunlich gut an, was ich selbst eigentlich nicht ganz nachvollziehen kann! Egal. Jedenfalls war ja klar dass beim Folgefilm eine deutliche Steigerung zu sehen sein muss. Somit setzte ich auf ausgebildete Schauspieler (mit mehr oder weniger großem Erfolg glücklich) und auf Profis für die SFX. Im Grunde genommen ist Sadisticum in jeder Hinsicht eine Steigerung. Das war das Ziel!
Um kurz vom Thema abzuweichen; den Stoff für die meisten Diskussionen liefert ja die PostPro bzw. dass Colorgrading von Sadisticum. Viele Leute lieben den Look des Films, viele Leute finden ihn aber auch ganz schrecklich. Ich für meinen Teil liebe den Look. Mir war wichtig den Film so weit wie möglich vom DV Look wegzubekommen! Klar wird die Qualität schlechter, allein schon durch die künstliche Körnung. Doch scheiß drauf was die Leute sagen, der Look passt perfekt zum Film, wer es nicht mag soll halt die Augen schließen und den geilen Soundtrack genießen!




Dr.Doom:
Von wem hast du dich bei deinen von den Kritiken gelobten Folter-Filmen „Psychotica“ sowie dein aktuellen „Sadisticum“ inspirieren lassen?


Sebastian Radtke:
Keine Ahnung. Unbewusst und vor allem ungewollt sicherlich von den typischen Werken wie „Saw" und „Hostel". Aber ich bin der Meinung es gibt genug eigene Elemente in meinen Filmen die es mir erlauben, mich von „Hostel" etc. zu distanzieren! Behaupte ich jetzt einfach mal!




Dr.Doom:
Gibt es für dich Vorbilder unter den Regisseuren?


Sebastian Radtke:
Nein!




Dr.Doom:
Was sind derzeit deine Lieblingsfilme und warum?


Sebastian Radtke:
Ich finde viele Filme gut. Ganz weit vorn sind „Kill Bill“ und „Seven“. Aber auch Sachen wie „Snatch“ finde ich super!!!! Seit dem die Produktion von „Sadisticum“ durch ist bin ich generell weg vom Horror und Splatter. Also ich schaue mir keine Horrorfilme mehr an, ich sehe absolut keinen Reiz mehr darin. Ich bin nach wie vor ein Fan von Thrillern wie „Seven“ etc. Oder erst gestern habe ich „Orphan“ gesehen! Der ist echt gut. Solche Filme sind geil, aber dieses hirnlose Abgeschlachte schaue ich mir nicht mehr an.




Dr.Doom: Du hast ja auch schon vor der Kamera gestanden, wie war es für dich und stehst du lieber vor oder hinter der Kamera?


Sebastian Radtke:
Naja was heißt vor der Kamera gestanden!? In „Psychotica“ hing ich kopfüber an nem Kran und wurde in kochendes Wasser geworfen!grosses Lachen In „Sadisticum“ bin ich mit einem Fahrrad durchs Bild gefahren und in meinem ersten Kurzfilm „Bloody Dawn“ war ich der Killer. Aber komplett maskiert. Ich musste also nie schauspielern was ich auch nicht kann!! Also ich arbeite eindeutig lieber hinter der Kamera!!!!




Dr.Doom: Wie sieht es mit der Zukunft aus, hast du da schon etwas in Planung?


Sebastian Radtke:
In Planung schon, aber mir fehlt im Moment die Zeit. Ich mache gerade eine Ausbildung zum Film- und Videoeditor und da habe ich keine Zeit mich um eigene Filmprojekte zu kümmern. Also es werden sicherlich mal ein paar nette Kurzfilme kommen, aber was Grosses wird noch auf sich warten lassen!




Dr.Doom: Würdest du auch im Ausland, insbesondere dann wohl den USA Drehen wollen, wo es ja schon so einige deutsche Kollegen sogar hin verschlagen hat?


Sebastian Radtke:
Hmm...ist jetzt kein Ziel von mir. Wenn es sich ergibt ist es halt so, wenn nicht ist auch okay.




Dr.Doom: Ich bedanke mich recht herzlich für das Interview und übergebe das letzte Wort noch mal an dich!


Sebastian Radtke:
Die Gelegenheit nutze ich mal um die ganzen verf***ten illegalen „Sadisticum“ Downloader ganz lieb zu grüssen!

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