Michael Effenberger

 

Hallo Michael,

 

schön, dass wir wieder ein Interview mit dir machen können.

 

Michael Effenberger: Sehr gerne Jens.

 

Dein neuester Film heisst „Alice – The Darkest Hour“. Erzähl uns doch bitte etwas über den Film. Stimmt es, dass dir der Film „angeboten“ wurde?

 

Michael Effenberger: Das ist richtig, das Angebot einen Film zu machen kam direkt von einem Publisher. Kurz zusammengefasst handelt die Geschichte von Alice, einer traumatisierten jungen Frau, deren Eltern bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen sind und seitdem bei einer Art Vormund lebt. Durch diese Umstände zieht sich Alice immer mehr von Ihrer Außenwelt zurück, wird als Außenseiterin von Ihren Mitmenschen wahrgenommen und auch so behandelt. Als Folge dessen verliert sich Alice immer mehr in bizarre Tagträume. Bald trifft sie auf den Privatermittler John Tusk, der eine brutale Mordserie an jungen Frauen untersucht. Alle Opfer weisen einige Gemeinsamkeiten auf…  Das ist nur ein kleiner Teil der Geschichte, mehr will ich aber zur Story noch nicht verraten.

 

Ist es schwerer eine Auftragsarbeit umzusetzen?

 

Michael Effenberger: Ich denke schon, in diesem Fall aber war es das überhaupt nicht. Ich hatte völlig freie Hand was die Story, das Drehbuch und auch die Auswahl der Schauspieler betraf. Sogar das Genre konnte ich festlegen und ich entschied mich für etwas, dass neu für mich war, eine Art Mystery-Thriller. Trotzdem hatte ich anfangs Bedenken, weil ich die Befürchtung hatte, dass mir zu viel reingeredet wird. Das war hier aber zu keinem Zeitpunkt der Fall.

 

Wie kam die Zusammenarbeit mit Thomas Pill, der als Co Regisseur fungiert?

 

Michael Effenberger: Tom und ich kennen uns schon etwas länger, das erste Mal trafen wir uns beim Dreh von „Legend of Hell“ von Olaf Ittenbach. Danach haben wir uns etwas aus den Augen verloren, aber ich habe seine Projekte weiterhin verfolgt. Später half ich ihm ein bisschen bei seinen Filmen „Das kalte Gericht“ und „Die Boten des Todes“, der aktuell noch gedreht wird. Die Zusammenarbeit hat immer gut funktioniert. Als dann das Angebot zu „Alice“ kam, habe ich ihn gefragt ob er dabei sein will.

 

Wie hast du den Cast gewählt?

 

Michael Effenberger: Unsere Hauptdarstellerin Carolina Hoffmann war ein absoluter Glücksfall. Sie hatte sich schon einmal für ein Projekt von mir beworben, allerdings war das Casting zu diesem Zeitpunkt leider schon abgeschlossen. Ich wollte von Anfang an niemanden anderen für die Rolle, sie strahlt genau das aus, was ich mir für meine ALICE vorgestellt hatte - Unschuld, Anstand und eine gewisse Introversion.  Außerdem ist sie eine wirklich fantastische und sympathische Schauspielerin. In einer weiteren Hauptrolle ist der Peter Bosch zu sehen, der mich  zuvor in zwei anderen Filmen überzeugt hat, unter anderem in einem Projekt vom Thomas Pill. Ich finde einfach, dass er in seinen Rollen sehr authentisch rüberkommt.  Die restlichen Darsteller für Haupt- und Nebenrollen haben wir ausgewählt, weil wir bei Ihnen einfach der Meinung waren,  das diese Schauspieler diese Rollen am besten verkörpern können.  Ich habe bei der Story- und Charakterentwicklung immer schon sehr genaue Bilder im Kopf und Sven Martinek, Helmut Krauss, Claude-Oliver Rudolph, Anouschka Renzi , Eva Mähl, Anna Jung und alle anderen haben da einfach sehr gut gepasst. Besonders gefreut habe ich mich über die Zusage von Helmut Krauss, den ich ja schon von Kindheit an als „Herrn Paschulke“ aus der Serie Löwenzahn kenne. Ein wahnsinnig lieber Mensch, der spannende Geschichten auf Lager hat. Aber auch alle anderen waren toll in ihren Rollen und haben uns die Zusammenarbeit leicht gemacht. Das ist für mich übrigens immer ein schöner Nebenaspekt als Regisseur, man hat die Möglichkeit viele interessante Menschen kennen zu lernen und auch neue Freundschaften zu schliessen.

 

 

War es schwer solche bekannten Leute wie etwa Sven Martinek, Claude Oliver Rudolph, Helmut Krauss oder Anouschka Renzi für ALICE zu begeistern?

 

Michael Effenberger: Bei etwas bekannteren Schauspielern ist es wichtig, dass Ihnen das Drehbuch und vor allem Ihre Rolle darin gefällt. Das war anscheinend hier der Fall. Beim Helmut, dem Sven sowie der Anouschka kam die Zusage für unser Projekt recht schnell, bei Claude-Oliver lief das über sein Management, die aber auch sehr kooperativ waren. Oftmals sind Dreharbeiten mit solch erfahrenen Schauspielern sogar leichter. Wenn die Klappe fällt, sind sie bereit.

 

Wie verlief der Dreh?

 

Michael Effenberger: Unglaublich gut. Kleine Pannen oder Fehlschläge gibt es immer mal beim Dreh, das ist normal. Aber ohne meine früheren Projekte irgendwie abwerten zu wollen, es waren bislang die schönsten und angenehmsten Dreharbeiten die ich bisher erlebt habe, was vor allem an dem Cast und der gesamten Crew lag.

 

Es gibt auch eine extra Soundtrack CD. War das von Anfang an so geplant?

 

Michael Effenberger: Das war ursprünglich nicht geplant und es hat auch nichts mit dem Produzenten zu tun. Mein Komponist Stephan Dominikus Wehrle kam auf diese Idee, insbesondere weil er für die Filmmusik unter anderem mit einem Orchester zusammengearbeitet hat. Es wird darauf auch ein Bonus-Track der Band „End of Skies“ enthalten sein, die ebenfalls einen Song für „ALICE“ gemacht haben.  Ich finde das ist eine super Sache und freue mich auf den Soundtrack.

 

Wann wird der Film erscheinen?

 

Michael Effenberger: Das entscheidet der Publisher, ich denke aber auf jeden Fall dieses Jahr.

 

Gibt es schon weitere Projekte, die du in Planung hast?

 

Michael Effenberger: Im Moment noch nicht. Ich möchte mich auch voll und ganz auf die Fertigstellung von „Alice“ konzentrieren, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Was danach kommt weiß ich noch nicht, ich laß mich einfach mal überraschen.

 

Vielen Dank für das Interview und bis bald!

 

Michael Effenberger: Ich danke Dir auch und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg mit Deiner Seite.

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