Interviews

Montag, Frank Part 2


Interview mit Frank Montag vom 11.01.12

Hallo Frank,

schön das wir dich noch ein mal für ein Interview gewinnen konnten.

1. Dein neuester Film Cannibal Diner wird ja Ende Februar seine Premiere feiern. Erzähl uns doch bitte etwas darüber.


Im Mittelpunkt der Geschichte von CANNIBAL DINER steht Kati, gespielt von Alexandra Lesch, die eine Geburtstagsparty im Wald mit einigen Freundinnen für ihre kleine Schwester plant. Doch bevor diese Party richtig in Gang kommen kann, findet sich Kati mitten im Nirgendwo vor einer stillgelegten Fabrik wieder, die von einer Kannibalenfamilie bewohnt wird. Leider wird sich der Termin für die Kinoauswertung von CANNIBAL DINER geringfügig nach hinten verschieben, da ich derzeit mit meiner Firma an einigen 3D- und Animationsfilmen für diverse Konzerne arbeite.

2. Die alte Fabrikhalle, in der ihr gedreht habt, wurde ja danach abgerissen. Kamst du denn auch mal in Zeitnot?

Die Pläne der Stadt, des Landes und der Regierung, die das Gelände betrafen, drehten sich jahrelang im Kreis. Es gab immer wieder verschiedene Ansätze, was letztendlich aus der alten Fabrik werden sollte. Einmal sollte eine Supermarktkette auf das Gelände, dann sollten Eigentumswohnungen erbaut werden und dann schaltete sich der Naturschutz aufgrund einer seltenen Fledermausart ein. So vergingen im Bürokratenwahn insgesamt sechs Jahre, bis die erste Abrissbirne auf das Gelände gerollt wurde. Seit 2010 kannte meine Crew das Gelände. Wir besorgten uns die Drehgenehmigung und starteten mit Testaufnahmen und Fotos. Als wir dann schließlich in der Hauptdrehzeit waren, fiel unerwartet eine schnelle Entscheidung zum Abriss der Fabrik und wir hatten nur wenige Wochen Zeit, um die Dreharbeiten zu beenden. Dank der Planung meiner ausführenden Produktion am Set und der Aufnahmeleitung hatten wir jedoch nach Abschluss der Dreharbeiten mehr als genug Zeit, um gar eventuell einige Szenen nachzudrehen oder andere Szenen neu drehen zu können.

3. Das Cover ist ja schon sehr freizügig ausgefallen. Wie „viel“ nackte Haut sieht man denn im Film?

Ich denke, das liegt im Auge des Betrachters. Für mich persönlich ist nicht mehr zu sehen, als in jeder anderen durchschnittlichen kommerziellen Horrorproduktion auch.


4. Wie blutig wird es denn?

Im Gegensatz zu meinen älteren Werken wie SLASHER oder UNCUT setzt CANNIBAL DINER mehr auf gruselige Atmosphäre und Schockelemente, als auf blutige Effekte. Im Vorfeld bei der Drehbuchentwicklung wurden bereits zwei unterschiedliche Fassungen geplant, eine mit mehr Blut und die andere mit mehr Story und mehr Spannung. Nur während der Vorproduktion wuchsen diese beiden Fassungen immer mehr zu einer zusammen. Der Film beinhaltet keinerlei unsinnige Gewaltdarstellungen in minutenlagen Nahaufnahmen wie beispielsweise die alten Fulci-Klassiker. Kannibalenfilme sind kein leichtes Gebiet, weil sie seit den Achtzigern aufgrund der ausufernden Gewaltdarstellungen nicht mehr salonfähig sind. Dies soll sich mit CANNIBAL DINER ändern.




5. Wird denn der Film uncut erscheinen?

Er wird definitiv uncut erscheinen und wird nächsten Monat der FSK zur Prüfung vorgelegt. Eine längere Fassung mit vielen Extras ist bereits für die Blu-ray-Veröffentlichung in Planung, die etwas mehr Story haben wird.


6. Stimmt es, dass eine schottische Band ein Lied zu dem Film aufgenommen hat? Wie kam es dazu?

Mein Koproduzent Mario von Czapiewski ist sehr energiegeladen und interessiert in der Post Produktion. Ich erzählte ihm von meinem Vorhaben, einige Bands für den Film gewinnen zu können, die ihre Musik zur Verfügung stellen. Mario verfügt über viele Kontakte in der Musikbranche und fragte unter anderem auch Sonic Thrill an, die sich sogar bereit erklärten, einen eigenen CANNIBAL DINER-Song zu schreiben und zu komponieren. Ganz neu bei dem Soundtrack ist auch DEMON BOY aus New York dabei.


7. Was macht Cannibal Diner so besonders?

CANNIBAL DINER wird der erste Kannibalenfilm der Neuzeit werden mit allen modernen Elementen des heutigen Films. In den letzten Jahren sind unendlich viel Sequels und Prequels gedreht worden. Alle Bösewichte sind wieder zurückgekehrt, ob Vampire, Werwölfe und Zombies. Wir bringen nun die Kannibalen zurück. Im Film selbst wird sehr wenig gesprochen und das hauptsächliche Augenmerk liegt auf der Aktion, Gestik und Mimik der Darsteller. Wir hatten schon während der Entwicklung des Drehbuchs viel Zeit, um uns ums Casting zu kümmern. Nach einigen Durchläufen konnten wir eine Menge guter Darsteller gewinnen, unter anderem Alexandra Lesch, die sich durch zahlreiche Auftritte in Werbungen und Serien bereits einen Namen machen konnte, Kristiana Rohder, die zum Drehstart die amtierende Miss Universe Germany 2010 war, und Jessica Klauß, die auf eine jahrelange Erfahrung als Schauspielerin und Schauspiellehrerin zurückblicken kann. Desweiteren hatten wir mit Heiko Rohde einen optimalen Kulissenbauer am Set, der mit seinem Team die Fabrik mehr als einmal komplett umgebaut hat.





8. Wie lief denn die Promo beim Weekend of Horror?

Die Promotion war phantastisch. Ich hätte vorher nie für möglich gehalten, dass die Fans stundenlang den Stand belagern. Alex hat Autogramme geschrieben, bis ihr die Hand wehtat. Es ist schon ein tolles Gefühl, von den Interessierten des Genres schon so früh angenommen zu werden, obwohl es zum WOH lediglich den Trailer, ein paar Flyer und das Kinoplakat gab.


9. Was wird dein nächstes Projekt sein?

Insofern es die Zeit zulässt, arbeite ich mit Mario an zwei neuen Skripten. Die Vorproduktion hat bereits begonnen. Erste Statements dazu wird es im April geben.


10. Wie kommst du immer auf die Ideen für deine Filme?

Woher Kreativität und Ideen kommen, kann man schlecht sagen. Man ist unterwegs, schaut sich Landschaften oder Gebäude an, hört vielleicht Musik und hat plötzlich einen Einfall, mit dem man anfangs herumspielt und der sich mit der Zeit immer mehr manifestiert. Danach finden erste Gespräche mit der Crew statt und man überlegt, wie man es umsetzen könnte.


11. Du hast ja nun schon in zahlreichen Filmen hinter der Kamera gestanden. Welcher Dreh war für dich der schönste und warum?

Das kann ich wirklich nicht sagen. Jeder Dreh hatte seine schönen und seine hässlichen Seiten.


12. Welcher von deinen Filmen gefällt dir persönlich am besten und warum?

Das ist ebenfalls schwierig zu beurteilen. Ich kann nicht sagen, dass ein wochenlanger Dreh in New York interessanter gewesen wäre, als ein Dreh in den Wäldern Deutschlands oder zuletzt in der alten Fabrik.

13. Du hattest mal den Film „UNCUT“ gedreht aber nie veröffentlicht. An was lag es und erscheint er noch?

Nach den Dreharbeiten zu UNCUT begann ich damit, meine Firma weiter auszubauen. Damit gingen einige Monate ins Land. Das Aus für UNCUT war letztendlich die neu aufkommende Technik. Er wurde noch auf HDV-Kameras gedreht, und nachdem sich Kamerasysteme wie die RED oder auch die HD-fähigen Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven auf dem Markt etablierten, entschied ich, dass die Grundoptik des Films für eine Kinoauswertung nicht ausreicht. Grundsätzlich strebe ich mit meinen Filmprojekten eine Kinoauswertung an.

14. Wie wichtig ist für dich der Kontakt mit den Fans?

Der Kontakt zu den Fans ist wohl das Wichtigste, das man bei einem entstehenden Film beachten sollte. Es sind immer die Fans oder der Endverbraucher, der sich für einen Kinobesuch oder eine DVD entscheidet und nicht irgendwelche pseudointellektuellen Kritiker.


15. Was sagst du über SplatGore.de?


SplatGore gehört garantiert zu den führenden deutschen Informationsseiten im Internet, wenn es um das Thema Horror geht.


16. Vielen Dank für die zahlreichen Antworten und hiermit übergebe ich dir das Schlusswort:

Wir verlosen zusammen mit SplatGore zweimal zwei VIP-Pässe für die Weltpremiere von CANNIBAL DINER. Es wird einen Sektempfang geben, Crew und Darsteller werden vor Ort sein und nach der Premiere gibt es noch eine interne Party. Und ich kann jetzt schon sagen, dass ich wieder auf dem kommenden Weekend of horrors in Bottrop mit Crew und Darstellern sein werde. Dort gibt es dann News der Filmprojekte von 2012. Viele Grüße an alle SplatGore-User. Macht es gut und bis demnächst.

https://www.facebook.com/cannibaldiner
https://www.facebook.com/cannibaldiner.eng


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