Interviews

Effenberger, Michael

Interview mit Michael Effenberger vom 07.01.11





Hi Michael,

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast:


Wie kamst du zum Filmemachen?

Ich wollte schon immer einen Film drehen, das war immer ein Traum von mir. Irgendwann habe ich es dann umgesetzt, ein Drehbuch geschrieben, mir ein Team zusammengesucht und angefangen.



Warum gerade Horror & Splatter?

Das Thema Horror hat mich schon seit jeher fasziniert, warum kann ich nicht sagen. Schon als Kind und Jugendlicher war ich davon begeistert. Angefangen von Hörspiel-Gruselgeschichten auf Kassette, Gruselcomics und Horrorromanen wie z.B. John Sinclair. Auf Rummelplätzen und Freizeitparks haben mich immer Geisterbahnen und irgendwelche Spukhäuser am meisten angezogen. Später kamen dann Horror- und Splatterfilme dazu. Auch eine Reise in die U.S.A. vor ein paar Jahren habe ich extra auf Halloween gelegt J.



Infekt war dein erster Film. Wie war es?

Eine schöne Erfahrung, aber auch anstrengend. Mein Team habe ich damals aus dem Internet rekrutiert, Erfahrung mit Horrorfilmen hatte aber keiner. Die Darsteller setzten sich aus professionellen Darstellern, größtenteils aber aus Freunden und Bekannten zusammen. Der Dreh zog sich über ein Jahr hin, aber dadurch das alle engagiert bei der Sache waren konnte das Projekt gut zu Ende gebracht werden.



Wenn du jetzt auf dieses Projekt schaust, was hätte man Anders machen können?

Einiges. Vor allem die Laufzeit kürzen und mehr Zombies einbauen. Aber auch noch ein paar andere Dinge. Trotz alledem liegt mir der Film immer noch sehr am Herzen.



Mit Tortura hast du ja danach einen Torture Porn Film abgeliefert. Die Gore Szenen waren teilweise echt heftig und es gab sogar eine Szene (ich sage nur Finger), die man so noch nie sehen konnte. Warum gerade ein Film in diese Richtung?

Wir wollten einen Film machen der richtig schockt, ohne Kompromisse. Einen Film der die Zuschauer ängstigt und in welchem sie sich in die auswegslose Situation der Protagonisten hineinversetzen können.



Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Olaf Ittenbach?

Olaf ist einer meiner besten Freunde. Außerdem hat es mir immer Spaß gemacht bei seinen Projekten mitzuarbeiten. Wir helfen uns gegenseitig wenn es zeitlich geht. Bei meinem aktuellen Film „La Isla“ hat er auch eine kurze Gastrolle und einen Teil der Effekte gemacht.

 



Du hast ja dann auch in seinen Filmen No Reason, Savage Love und Legend of Hell mitgewirkt. Wie war es?

Für die ersten beiden Filme habe ich ja das Casting gemacht, Aufgaben im Team habe ich bei allen drei Projekten übernommen. Jeder einzelne Drehtag hat mir sehr viel Spaß gemacht. Bei Legend of Hell und No Reason habe ich auch mal kurz mitgespielt. Besonders hat mich gefreut bei den Dreharbeiten von No Reason den Timothy Balme (Braindead) kennen zu lernen und mit Ihm ein Interview zu führen. Ein wirklich sehr sympathischer Schauspieler. Aber auch die Zusammenarbeit mit dem ganzen Team, den Darstellern und den Statisten war super. Viele Freund- und Bekanntschaften sind daraus entstanden.



Als Kameramann hast du ja z.B. In Familienradgeber 2 auch mitgemacht.

Stimmt, ich war eines Abends beim Olaf und bei einem Bier hat er mich dann gefragt. Ich habe sofort zugesagt. Die Dreharbeiten waren immer sehr spaßig wie man sich denken kann. Eine kleine Rolle spiele ich da auch, Olaf und ich stoßen einen Rollstuhlfahrer einen Berg hinunter (nicht so toll, ich weiß...).
War auf jeden Fall eine tolle Zeit mit Olaf und Martina...



Bald erscheint dein neuer Film La Isla. Um was geht es?

La Isla ist ein mysteriöser Voodoo-Zombiefilm den ich größtenteils in Spanien gedreht habe. Die Story trägt sich nicht über Blut und Gewalt, es ist also kein Splatterfilm, aber natürlich gibt es auch blutige Szenen J Zur Story: Durch den Todesfall Ihres Vaters gelangen zwei Schwestern auf eine geheimnisvolle Insel. Eine Voodoopriesterin wird dort von schrecklichen Visionen heimgesucht. Leichen steigen aus Ihren Gräbern, das Böse kehrt auf die Erde zurück. Ein dunkles Geheimnis bedroht die Menschen auf dieser Insel. Ein gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt.




Auf welchen Festivals kann man dich treffen?

Ich bin regelmäßig auf Filmfestivals, zuletzt auf dem Indigo-Filmfest im Saarland. Aber auch z.B. beim Weekend of Fear in Erlangen, den Fright-Nights in Österreich und den CineManiacs in Türkheim bin ich häufiger anzutreffen. Alles supernette Veranstalter die diese Festivals mit vollem Herzblut veranstalten.


Wie kam es, dass Uwe Boll dich zusammen mit Marcel Walz interviewt hat?

Zum Uwe Boll hatte ich schon vor der Filmerei Kontakt. Er hatte sich damals freundlicherweise zu dem Interview bereit erklärt. Er hat mir auch kürzlich beim Vertragsabschluß mit einem Label in den USA geholfen weil er sich mit den komplizierten Verträgen in den USA sehr gut auskennt. Es ging um den Vertrieb für Tortura.



Würdest du gerne mal mit einem bestimmten Regisseur einen Film drehen und wenn ja wer ist es?

Dario Argento oder George Romero wären toll, wenn auch völlig unrealistisch J



Mit welchem Schauspieler oder Schauspielerin würdest du gerne ein mal zusammen drehen und warum?



Ich habe gerade die letzte Staffel von LOST gesehen und finde den Typ gut der den John Locke spielt (Terry O´Quinn). Der verkörpert seinen Charakter in der Serie wirklich gut und kann gleichermaßen gute und böse Rollen spielen.



Was sind derzeit so deine Lieblingsfilme?

Battle Royale 1, Phenomena, die guten alten Zombiestreifen. Von den neueren Sachen fand ich z.B. Martyrs gut und auch Saw 7.



Was sagst du über das Thema Zensur in Deutschland?

Ich finde schon dass es so etwas wie eine Altersfreigabe für Filme geben sollte. Allerdings sollten Erwachsene auch ungekürzte Filme sehen dürfen. Irgendwelche Anomalien in der Gesellschaft werden von den Medien und der Politik oft auf Gewaltfilme und –spiele geschoben, allerdings bin ich der Meinung, dass solche Probleme häufig andere Ursachen haben und man es sich damit zu leicht macht



Was sagst du über SplatGore.de?

Das SplatGore-Forum mag ich sehr. Im allgemeinen finde ich solche Foren wirklich gut und informiere mich oft darin über Filme, sowohl im Independentbereich als auch über große Produktionen.



Dann bedanke ich mich vielmals für die netten Antworten und übergebe wie immer das letzte Wort an unseren Gast:

Ich bedanke mich bei Dir für das nette Interview. Herzlichen Dank auch an alle Film- und Horrorfans, die auch den Independentbereich unterstützen.


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