Lethal Weapon 3 - Die Profis sind zurück

      Lethal Weapon 3 - Die Profis sind zurück

      Produktionsland: USA
      Erscheinungsjahr: 1992
      Regie: Richard Donner
      Länge: ca. 113 Minuten
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Mel Gibson, Danny Glover, Joe Pesci, Rene Russo, Stuart Wilson, Steve Kahan, Darlene Love, Traci Wolfe, Damon Hines, Ebonie Smith, Gregory Millar, Nick Chinlund, Jason Meshover-Iorg, Alan Scarfe, Delores Hall





      Inhalt:

      In Deckung: Riggs und Murtaugh sind zurück und räumen auf! Diesmal in ihren eigenen Reihen, auf der Jagd nach korrupten Polizisten, die illegal mit Waffen dealen.





      Meinung:

      Runde 3 vom zuvor gut harmonierenden Cop Duo Gibson & Glover steht an, auf dem Regiestuhl nimmt weiterhin Richard Donner seinen Platz ein.
      Der Anfang macht wirklich schnell Freude, wenn die beiden im Hochhaus eine Bombe entschärfen und über alte Zeiten auf dem WC Erzählen, dann geht das Gebäude auch noch in die Luft, weil Gibson sich verschätzt hat, dies war zwar ziemlich sinnfrei, wie man es zuvor noch nicht bei Lethal Weapon gesehen hat. Wie dumm muss man eigentlich sein um ohne Ahnung zu versuchen eine Bombe zu entschärfen und viele Leben damit riskieren, wenn das Bombenkommando noch im Anmarsch ist? Ich meine so lang braucht dieses eigentlich nicht dafür und es war noch viel Zeit auf der tickenden Uhr. Zum Lachen ist es aber trotzdem noch geeignet.
      Anschließend verflacht der Film wesendlich mehr als ich es anfangs und vornherein mit gerechnet habe.
      Viel Krach wird geboten, aber Action oder reichlich Gewehrsgeknalle wie zuvor sieht halt anders aus, zwar sind die Pistolen nun wesendlich durchschlagskräftiger, was man auch anhand von Schutzwestendurchschüsse aufgezeigt bekommt, aber mehr als viel Krach werden diese moderneren Knarren leider nicht präsentieren. Schade, hatte schon mit Vorfreude nach der Präsentation in der Polizeischule bei der Schiessübung auf richtig viele Einschüsse und sogar Blut gehofft.
      Cop Glover wird nach dem Anfang im Mittelteil wohl mal ins Altersheim verfrachtet worden sein, zumindest sieht man ihn lange nicht mehr, dafür kommt Miss Lorna Cole (Rene Russo) nun ins Spiel, die mit ihren Superkicks völlig ins Lächerliche abdriftet. Ohne das was passieren will ziehen sich zwischen allen Beteiligten bis zum Finale über den ganzen Mittelteil hinweg endlose Dialoge, dazu auch noch eine schleimige Kuschelszene, wo es nicht mal ansatzweise nackte Haut zu sehen gibt, so niedlich wie beim Vorgänger ist die Sexszene mit Gibson bei weitem nicht mehr, sondern nur noch überflüssig.
      Was ist hier passiert? Lethal Weapon ist zur angepassten Familien Action verkommen, mit auch noch nerviges Rumgestreite zwischen dem Cop Duo und nur wenig Humor der zündet. Zumindest kann ich nicht Lachen sondern nur dämlich drein Schauen, wenn unser Herr Gibson an den montierten Benzinschlauch saugt, wo er dann das Zeug in den Mund bekommt, anfängt zu Husten und einen auch so witzigen Spruch wie "Bleifrei" in diesem stillen Moment von sich gibt, wo ist bitte schön der Witz geblieben, versteh ich nicht, wollte Herr Gibson etwa Diesel oder bleihaltigen Sprit zu sich nehmen? :D
      Solche Witze ziehen sich durch den ganzen Film und sind völlig anders als zuvor noch zu Erleben, also weder so ironisch und versteckt wie beim Erstling, noch so offen cool und böse wie beim 2. Akt, hier ist der gewollte und ständig vorhandene Humor für mich oft nicht präsent, wobei der kleinwüchsige Joe Pesci vom Vorgänger hier mit seinem gestylten Outfit als einziger sogar einen Schritt nach vorn gemacht hat, zuvor ist er sicherlich untergegangen bei dem bösen Klamauk des Cop Duos untereinander, hier befindet er sich wohl auf selbigen Niveau wie zuvor, kann aber erstaunlicherweise nun als einziger Dauerhaft für etwas lockeren Witz sorgen, solange man ihn zu sehen bekommt, scheint hier als einziger wirklich mit Freude an den Film heran gegangen zu sein, mit echt coolen neuem Haarstyle und Ohrringe.
      Dass dieses Werk bei vielen deutschen Kritikern gut weggekommen ist, im Gegensatz zu den teils schlechten amerikanischen Kritiken kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Aber so viel Mainstream unabhängige Kritiker scheint es auch nicht zu geben in unserem Land, die sich auch mit Blockbuster Filmen auseinandersetzen.
      Zwar machen Gibson und Glover von der Mimik her nicht viel falsch, aber die Dialoge sind so was von abnervend, wo man viele Probleme nur im Dialog präsentiert und dabei völlig überstrapaziert sowie tot redet, dass man schon die Vorspultaste betätigen muss, denn an Action wird man mitten drin nichts groß verpassen, außer man steht auf dämliche Kicks von einer Frau die hier nicht reinpasst.
      Große Gangster gibt es auch nicht, dafür eher Kleinkriminelle und Rapperjungs, zwischendrin habe ich sogar mal komplett vergessen um was es hier geht, wer wird überhaupt bekämpft? Zudem werden von einigen Charakteren Abkürzungen für Worte geboten, die cool sein sollen, wo auch erst mal unsere 2 Cops auf den Schlauch stehen und eher wie alte Rentner hingestellt werden, lustig ist das ganze bei weitem nicht mehr, zumindest bekommt man erklärt was ein "Dumm-dumm Geschoss" ist und das man dafür im Krankenhaus verweilen muss.
      Der Sound schwankt nun von der gewohnten guten Musik der Reihe bis hin zum amerikanischen Boygroup Gesang, was dann auch Abnerven durfte. Jaja, Lethal Weapon 3 präsentiert bestens das veränderte Gesellschaftsbild Anfang der 90er, wo Rapper/Kiffer und eine neue Art cool zu sein die Gesellschaft überrannt haben, zumindest gibt es hier noch keine technoiden Charaktere so wie Heute oft zu sehen, aber viel besser als oft heutiger Mist aus Hollywood ist das Gebotene leider auch nicht geworden.
      Übertriebenheiten wie Gibson, der aus großer Höhe durch mehrere harte Holzbretter unverletzt durchrasselt gibt es, also keine Abfederungsburg durch die Feuerwehr wie in Teil 1 noch zu sehen, da fasst man sich schon mal an den Kopf, was der Herr Gibson doch plötzlich für ein übelsten Westler Körper bekommen haben muss, der diesen Sturz evtl. noch irgend wie Abblocken könnte, wenn man selber den Kopf dabei zum Überlegen benutzt, wird es vereinzelt unbegreiflich.
      Ein paar technisch schwache Vorstellungen wie ein gut zu erkennender, an sich eher harmloser Einschuss bei Miss Rene Russo an ihrer rechten Schulter, wo man aber einen deutlich roten Fleck serviert, ist in der kurz darauf folgenden Schnittszene schon wieder völlig verbleicht und nun auf knapp über Bauchhöhe nur noch ganz leicht per -Still- Taste vom Ansatz her Schemenhaft auszumachen, solche Ungereimtheiten habe ich bei den Vorgängern nie gesehen, wie es hier leider vereinzelt welche von gibt. Die Atmosphäre wird auf ein Minimum zurückgeschraubt, nur als Randerscheinung mal etwas Nebel, aber nicht mal richtig eingefangen und ansonsten erscheint ein blasser Schauplatz nach dem anderen, jene sich die Klinke in die Hand geben, wie aus einem Guss, leider aber nichts ansprechendes oder ausdrucksstarkes.
      Gut am Ende bleibt noch ein sehr durchschnittlicher Action-Familienfilm, dieser bereits schon überflüssigen Fortsetzung, immerhin gibt es noch eine nette Verfolgungsjagd auf den Strassen, wo etwas Schrott hinterlassen wird, aber der Abfall zu den ersten 2 Teilen ist doch ziemlich gravierend ausgefallen. Es gibt viel weniger harte Action, es droht nie wirklich Gefahr für die guten Charaktere von öden und blassen Gangstern. Ableben wird auch niemand der Guten, dafür gibt es viel Familiengeplänkel und reichhaltiger, aber angepasster und nicht mehr so böser Humor. Außer die Explosion am Anfang in einem Hochhaus, hat der Film für mich nichts brauchbares mehr geliefert, von Selbstjustiz was die ersten 2 Teile für Mainstreamfilme doch auch Makaber und für den ein oder anderen sogar unverdaulich gemacht hat, bis auf den Beginn leider keine Spur mehr.

      4,5/10